Georgisches Kulturforum
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Georgische Sprache    

     

Die georgische Sprache ist im Südkaukasien und in einem Teil des kaukasischen Hochgebirge verbreitet. Zusammen mit Zanischen (Megrelichen und Lazischen) und dem Swanischen bildet sie die Familie der Kartwelsprachen. Das Georgische ist die Staatssprache der Republik Georgiens und wird von ca. 3,5 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen.

 

Entwicklungsgeschichte des Georgischen

In der Entwicklung der georgischen Sprache unterscheidet man zwischen drei Entwicklungsetaphen: Altgeorgisch (IV-XI Jh.), Mittelgeorgisch (XI-XVIII Jh.) und Neugeorgisch (ab XIX Jh.).


Als Altgeorgisch bezeichnet man die georgische Sprache vom IV-XI Jahrhundert n.Chr., von den ersten erhalten gebliebenen Schriftdenkmälern bis zur völligen Ausprägung des Mittelgeorgischen. Die altgeorgische Sprache ist in verschiedenen Textarten überliefert: Xanmeti-Texte (IV-VII Jh.), Haemeti-Texte(VII-VIII Jh.) und Sani-Mischtexte (ab IX Jh.). Vom IV bis VII Jahrhundert liegen die Xanmeti-Texte vor, in denen überall als Zeichen der 2. Subjektsperson und der 3. Objektsperson im Verb, aber auch in Passivformen vor dem Versionszeichen i sowie in den Steigerungsformen der Adjektive vor dem Vokal u ein x geschrieben wurde.

Dieses x wurde in den Haemeti-Texten des VII-VIII Jahrhunderts bis auf wenige archaische Formen durch h ersetzt. Seit dem IX Jahrhundert sind die Sani-Mischtexte vertreten, in denen als Zeichen der 2. Subjekts- und 3. Objektsperson je nach Verbart und Folgelaut x, h, s, š in Erscheinung treten konnte.


Xanmeti-Handschrift
aus Graz

Die altgeorgische schriftliche Überlieferungen (Inschriften und Handschriften) bis zum IX Jahrhundert sind fast ausschließlich geistlicher Natur, vom X Jahrhundert an sind aber auch philosophische Arbeiten und historische Texte überliefert.

 

 

Die Inschriften

Bolnisi-Inschrift

Die ältesten erhalten gebliebenen georgischen Inschriften finden sich an christlichen Kirchenbauten in Bolnisi und Urbnisi. Die Inschriften der Basilika von Bolnisi stammen aus der Mitte des IV Jahrhunderts, die Urbnisi-Inschrift könnte sogar etwas älter sein, da sie archaischere Grapheme als die Bolnisi-Inschriften enthält.


Die frühen Inschriften an Kirchen, Stellen und Steinkreuzen, auf Grabsteinen, Sarkophagen und Steintafeln bieten überwiegend sehr kurze Bau-, Weih- und Bittexte, aus denen oftmals die Namen von Herrschern, Stiftern, Baumeistern und Handwerkern hervorgehen.


Aus der ersten Hälfte des V Jahrhunderts ist auch schon eine georgische Inschrift außerhalb Georgiens bekannt, die bei der Ausgrabungen eines georgischen Klosters in der Judäischen Wüste nahe Bethlehem gefunden wurde.



Jerusalem-Inschrift

Den bedeutendsten Teil altgeorgischer Texte enthalten aber die Handschriften, von denen etwa 1000 trotz der immer wieder auf georgischen Boden wütenden Kriege erhalten geblieben sind. Diese heute größtenteils im Kekelidze-Handschriftsinstitut von Tbilissi aufbewahrten Denkmäler umfassen verschiedenste Schriften von Übersetzungen der biblischen Bücher über originale Hagiographien und Lyrik bis zu theologischen, philosophischen und linguistischen Traktaten und Werke der eschichtsschreibung.